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Pressemitteilung vom 03. April 2019

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Bergfest im Rektorat – Auf dem Weg zur Spitze falsch abgebogen?

Zu Beginn des Sommersemesters, am 1. April, konnte das Rektorat Bergfest feiern. Bereits seit zweieinhalb Jahren wird die TU Chemnitz von Prof. Gerd Strohmeier geleitet. Die Halbzeit haben wir uns zum Anlass genommen, das Rektorat Strohmeier aus studentischer Sicht Revue passieren zu lassen und mit gewohnt kritischem Blick in die Zukunft zu schauen.

Die Wiedereinführung der Diplomstudiengänge war eines der zentralen Anliegen, die Strohmeier bereits im ersten Jahr seiner Amtszeit umgesetzt hat. Mathematik und Maschinenbau nutzten die Möglichkeit zur Neueinrichtung. Das Ergebnis kann insgesamt als ernüchternd betrachtet werden. „Auf die Einschreibezahlen in der Mathematik hatte das neue Diplom nicht den geringsten Einfluss. Und auch der erhoffte „Leuchtturmeffekt“ für den Maschinenbau blieb im Wesentlichen aus“, erläutert Margreet Kneita, Referentin für Hochschulpolitik des Student_innenrates (StuRa). „Die Kapazitäten, die in die Gestaltung der Studiengänge und das Abstecken der Rahmenbedingungen geflossen sind, wären im Bereich Qualitätssicherung wohl besser aufgehoben gewesen“, ergänzt Marius Hirschfeld, Mitarbeiter im Referat Hochschulpolitik.

Neben der Gestaltung der Studiengänge spielt es jedoch auch eine Rolle, wie studierbar diese sind. Die TU Chemnitz hat jedoch in den vergangenen Semestern sachsenweit [1] die meisten Langzeitstudiengebühren eingenommen, obwohl andere Hochschulen zwei bis drei Mal mehr Studierende haben. „Auch, wenn die TU Chemnitz nichts für Art und Höhe dieser Gebühren kann, so ist sie doch deutlich aufgefordert, optimale Studienbedingungen zu schaffen, z. B durch ein flächendeckendes Teilzeitangebot und niedrige Hürden zum Erlass der Gebühr“, ergänzt Hirschfeld.

Neben den offensichtlichen gibt es jedoch auch versteckte Studiengebühren. Dabei handelt es sich u.a. um Kosten für Skripte, die weit über den reinen Kopierwert hinausgehen, z. B. im Maschinenbau, oder die Finanzierung von Glasbruch im Chemiestudium, der nicht selbst verschuldet ist. Bei solchen Kosten handelt es sich um versteckte Studiengebühren, die wir, wie alle anderen Gebühren dieser Art, ablehnen.

Trotz aller Kritik schauen die Vertreter_innen der Studierendenschaft der zweiten Hälfte der Amtszeit optimistisch entgegen. „Der Rektor und auch seine Prorektoren haben verstanden, dass unsere Uni ohne die Studierenden nur ein leerer Kasten wäre“ so Kneita. „Die Zusammenarbeit mit der Studierendenvertretung und das offene Ohr des Rektorats sind Charakteristika der Amtszeit Strohmeiner, die wir nicht mehr missen möchten.“ Eins ist jedoch klar: Gute Gespräche allein können die zukünftigen Herausforderungen nicht bewältigen.

Für Rückfragen steht Ihnen Margreet Kneita unter 0176/70827109 sowie hopo@stura.tu-chemnitz.de gerne zur Verfügung.

[1] Sächsischer Landtag, Drucksache 6/16714.