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Artikel vom 02. Dezember 2019

Kategorien: Referat Antidiskriminierung, Startseite

»Alles war Schauspiel« – Ernst Jünger zwischen Dandytum und Faschismus

Vortrag und Diskussion

mit Moritz Liewerscheidt (freier Künstler und Filmemacher), Dr. Frank Schale (Moderation)

Zeit: 22. Januar, Mittwoch, 19.00 Uhr

Ort: Weinhold-Bau (2/W037), Reichenhainer Straße 70, 09126 Chemnitz

Der Name Ernst Jünger ist längst zur geraunten Chiffre geworden, an der sich Gegner wie Verehrer als Eingeweihte erkennen. Den Einen gilt der als »umstritten« Berüchtigte als »Wegbereiter des Nationalsozialismus« und »eiskalter Wollüstling der Barbarei« (Thomas Mann), als Kriegsverherrlicher und Galionsfigur der »Neuen Rechten«, den Anderen als »aktiver Nazigegner« (Hannah Arendt), Surrealist, Dandy und Ästhet. In Frankreich hingegen, so betonte schon Jünger selbst gern, sei die literarische Rezeption seines Werkes weniger von politischer Diskussion überlagert als in Deutschland.

In enger Rückbindung an Jüngers Texte bemüht sich Moritz Liewerscheidt in seinem Vortrag um eine kritische Einführung in das Werk Ernst Jüngers (1895-1998), anhand dessen sich exemplarisch die mentalitätsgeschichtliche Konstellation und Entwicklung einer um die Jahrhundertwende geborenen Generation von – mindestens zeitweise – mit dem Faschismus sympathisierenden Schriftstellern und Intellektuellen nachvollziehen lässt, deren spätere Haltung zum »Dritten Reich« wesentlich davon abhing, ob sie dieses als heroischen Versuch der Überwindung des modernen Rationalismus deuteten – oder aber als Fortführung und Verschärfung desselben.

Moritz Liewerscheidt ist freier Künstler und Filmemacher im Bereich des Essay- und Experimentalfilms. Er studierte Philosophie und Geschichte in Düsseldorf und Medienkunst in Köln. In Vorbereitung eines Essayfilms beschäftigte er sich intensiv mit dem Werk Ernst Jüngers.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V.