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Artikel vom 22. Dezember 2011

Kategorien: Referat Hochschulpolitik, Startseite

Prof. van Zyl zum neuen Rektor der TU Chemnitz gewählt

Erweiterter Senat trifft Entscheidung trotz fragwürdigem Verfahren Die Mitglieder des erweiterten Senates der TU Chemnitz haben am 18. Oktober 2011 Prof. Arnold van Zyl zum neuen Rektor der Technischen Universität gewählt. Mit 29 zu 19 Stimmen setzte er sich im dritten Wahlgang gegen den zweiten Kandidaten Prof. Wolfram Hardt durch. Damit tritt er in die Fußstapfen von Altrektor Prof. Dr. Matthes und wird von nun an die Zukunft der TU maßgeblich bestimmen. „Wir möchten Prof. van Zyl herzlich zur Wahl gratulieren und hoffen auf eine gute Zusammenarbeit. Seine Versprechungen bezüglich eines regen Austausches mit der Studierendenschaft werden wir nun einfordern. Außerdem erwarten wir, dass er die immer wieder konstatierte Stimmung des Misstrauens und Angst an unserer Hochschule überwindet“ äußerte Anni Fischer, Referentin für Hochschulpolitik des Studierendenrats. „Des Weiteren gebührt Prof. Matthes Dank für seine langjährige Arbeit und wir wünschen ihm viel Glück auf seinem weiteren Weg sowie einen erholsamen Ruhestand.“ Überschattet wird die erfolgreiche Wahl allerdings von vielen Ungereimtheiten während des Verfahrens. Diese spiegeln die bereits angesprochene Stimmung des Misstrauens an der TU Chemnitz wider. Schon die Besetzung der Rektorfindungskommission war ein intransparentes und wenig partizipatives Verfahren. Den MandatsträgerInnen wurden wichtige Informationen über die BewerberInnen vorenthalten, weswegen sie sich nicht ausreichend auf die Wahl vorbereitet fühlten. Auch die politische Kultur in den Gremien lässt zu wünschen übrig, wie das Politikum rund um das Einvernehmen zur Kandidatenlisten des Senates zeigt. Bernd Hahn, studentischer Senator und damit auch Mitglied des erweiterten Senates, schildert seine Eindrücke wie folgt: „Dass Terminabsprachen gebrochen wurden und damit stimmberechtigte Mitglieder in ihrem aktiven Wahlrecht beschnitten wurden ist eine Schande, besonders im Angesicht einer so wichtigen und richtungweisenden Entscheidung, wie der Wahl eines neuen Rektors. Trotz einer großen Meinungspluralität bei der Abstimmung wurde Prof. van Zyl schlussendlich mit großer Mehrheit gewählt.“ Statement des studentischen Senators Bernd Hahn vor der Wahl des Rektors im erweiterten Senat. Es gilt das gesprochene Wort. „Magnifizenz, Sehr geehrte Mitglieder des Hochschulrates, Sehr geehrte Professor_innen, Sehr geehrte Mitarbeiter_innen, Liebe Student_innen, bevor der erweiterte Senat nun zur Wahl des neuen Rektors der Technischen Universität Chemnitz schreitet, möchte ich im Namen vieler stimmberechtigter Mitglieder, vor allem der Gruppen des wissenschaftlichen Mittelbaus und der Studierenden, aber auch im Namen vieler Beobachter_innen aus allen Statusgruppen der Universität mit Nachdruck große Missbilligung über das Zustandekommen dieses Wahlvorschlages zum Ausdruck bringen. Schon bei der Benennung der Mitglieder der Rektor-Findungskommission wurde eine Partizipation des Senates minimiert in dem der betreffende Tagesordnungspunkt unter Vorgabe von Dringlichkeit in die Tagesordnung aufgenommen wurde, obwohl der Sachverhalt der Universitätsleitung schon lange bekannt war. Des Weiteren wurden von der Rektor-Findungskommission Anforderungen an die zu zulassenden Kandidat_innen gestellt, welche deutlich über gesetzliche Anforderungen hinaus gingen, sodass an dieser Stelle bereits Kandidat_innen bewusst ausgeschlossen wurden. Der Hochschulrat hat die im Verfahren verbliebenen Kandidati_innen nach Kriterien bewertet, welche nicht im Einvernehmen mit dem Senat erstellt wurden. Als der so entstandene Wahlvorschlag und das bisherige Verfahren dem Senat präsentiert wurden, versagte der Senat das Einvernehmen. Eine Diskussion und Positionierung des Senates über die Gründe der Ablehnung wurde seitens der Hochschulleitung unterbunden. Nachdem der Wahlvorschlag ein weiteres Mal ohne anschließende Diskussion des Senates durchfiel, wurden die Senator_innen im Vorfeld der dritten Abstimmung mit Hilfe von sogenannten Rechtsgutachten unter Druck gesetzt zu zustimmen. Dass wir nun heute hier auf Basis eines höchst zweifelhaft zu Stande gekommenen Wahlvorschlags eine für die Universität in den kommenden Jahren richtungsweisende Entscheidung treffen sollen, bedauern wir zutiefst. Besonders unerfreulich ist, dass die weiteren Bewerber_innen somit den Eindruck erhalten haben, nicht gewünscht zu sein. All diese Mängel hätten durch ein von Anfang an transparentes und partizipatives Verfahren verhindert werden können. Ebenfalls zu tiefst bedauerlich ist, dass trotz ständiger Rügen aus fast allen Gruppen während des ganzen Verfahrens, die Mängel nicht behoben bzw. nicht geheilt wurden.“

Anni Fischer