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Artikel vom 12. Oktober 2011

Kategorien: Referat Hochschulpolitik, Startseite

Pressemitteilung: Namenhafte Hörsäle ohne namenhaftes Personal

Das Referat für Hochschulpolitik des Studentenrates der TU Chemnitz benannte heute alle Räume des Neuen Hörsaalgebäudes um. Damit wollen die Aktionäre sowohl auf die prekäre Finanzierung der Hochschulen als auch die immer wieder kritisierte Verstärkung des Fundraisings an Hochschulen aufmerksam machen. Auslöser dafür war die Benennung des zweitgrößten Hörsaals der TU nach einem bekannten Chemnitzer Unternehmen letzten Monat. Dazu erklärt Anni Fischer, Referentin für Hochschulpolitik im StuRa: "Wir kritisieren vor allem das intransparente Verfahren. Die Umbenennung geschah heimlich und vor allem ohne Kontakt zur Studierendenschaft. Auch wenn wir es als löblich erachten, dass Unternehmen die Hochschulen unterstützen wollen, so kommt das Geld wieder nur einigen wenigen zu Gute. Eine Lösung für die Finanzierungsmisere ist dadurch nicht gefunden." Sämtliche Räumlichkeiten im Neuen Hörsaalgebäude wurden heute nun ebenfalls nach namenhaften Unternehmen, so z.B. McDonalds, RedBull, Vattenfall oder Google, betitelt. Nur ein einziger Raum blieb "kommerzfrei". "In der Bildungs- und vor allem Hochschulfinanzierung krankt es zurzeit an allen Ecken und Enden. Wir wollen mit unserer Aktion eine Diskussion über die Weiterentwicklung der Hochschulfinanzierung anstoßen. Darf der Staat weiterhin fleißig kürzen, obwohl mehrere hunderte Millionen Euro an Steuermehreinnahmen eingehen werden? Möchte nicht auch die KMK, welche in diesen Tagen zusammenkommt, sich endlich an das Ziel 10% des Bruttoinlandsproduktes in Bildung zu investieren halten?" Deutschland liegt im OECD-Vergleich immer noch unter den durchschnittlichen Bildungsausgaben. Auch das Sächsische Immobilien- und Baumanagement verkündete letzte Woche, dass die TUC dieses Jahr 400.000 Euro weniger an Mitteln für den Bauunterhalt zur Verfügung haben wird. Darüber hinaus wird entgegen aller Warnungen weiterhin an den angedrohten Stellenkürzungen an sächsischen Hochschulen festgehalten. "Wir fordern die Politik und in diesen Tagen vor allem die KMK auf, sich endlich klar zu positionieren. Bildung kostet Geld und das ist auch richtig so, denn Bildung ist die Zukunft unseres Landes. Je besser das eine umso besser das andere. Das muss immer wieder in das Bewusstsein gerufen werden." Bei Nachfragen wenden Sie sich an Anni Fischer, Referentin für Hochschulpolitik im StuRa der TU Chemnitz (0160/94415299).

Anni Fischer