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Artikel vom 02. April 2011

Kategorien: Referat Hochschulpolitik, Startseite

PM Lebenslanges Lernen - Altersdurchschnitt im Hochschulrat weit über 65

Nach mehr als einem Jahr Verzögerung trat gestern zum ersten Mal der Hochschulrat der Technischen Universität Chemnitz zusammen und konstituierte sich. "Während andere Hochschulen schon seit fast einem Jahr einen Hochschulrat haben, wurde die Thematik erst im Mai 2010 im Chemnitzer Senat eingebracht. Bedenklich ist nicht nur die Verzögerung seitens der Hochschulleitung, sondern auch die schlichte Nichtbearbeitung seitens des SMWK über 5 Monate hinweg.", so Anni Fischer, Referentin für Hochschulpolitik des Studentenrates der TU Chemnitz. Der Hochschulrat hat nach Paragraph 86 des Sächsischen Hochschulgesetzes wichtige Aufgaben wie die Entwicklungsplanung oder die Genehmigung des Wirtschaftsplanentwurfes, aber auch die wichtige Funktionen bei der Wahl oder Abwahl des Rektors, weshalb eine Unabhängigkeit der Mitglieder von großer Bedeutung ist. Marco Unger, Mitglied des Studentenrates der TU Chemnitz, zweifelt stark an der Objektivität dieses wichtigen Gremiums: "Bei vielen Mitgliedern fehlt die angeforderte Unabhängigkeit.? So sind drei der Hochschulratsmitglieder gemeinsam mit dem zu kontrollierenden Rektor im Industrieverein aktiv, mehrere der externen Mitglieder haben Ehrungen, wie zum Beispiel Doktorwürden, von der TU Chemnitz erhalten oder sind sogar Vorsitzende der Freundesgesellschaft oder Mitglied, beziehungsweise Stifter, in der Stiftung der TU Chemnitz. ?Das die Mitglieder des Hochschulrates - bis auf die beiden Professoren der TU Chemnitz - weit über 65, teilweise 70, Jahre sind, ist sehr ungünstig. Und auch die Tatsache, dass unter sieben Mitgliedern nur eine Frau vertreten ist, zeigt wie wichtig dem SMWK und der Universität der Gleichstellungsgedanke und damit eine breite Repräsentation der Gesellschaft ist.?, bemängelt Unger weiterhin. "Unbefriedigend ist ebenfalls, dass fünf der sieben Vertreter aus technischen Berufs-/Forschungsfeldern stammen, obwohl der größte Anteil durch die Studierenden der Philosophischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät gestellt wird. Welche Absichten die Zuständigen mit dieser Besetzung verfolgen, ist schleierhaft. Wir bezweifeln jedoch, dass der Hochschulrat in dieser Zusammensetzung wirklich zu Gunsten der gesamten Hochschule arbeiten wird" äußert Fischer abschließend. Für Rückfragen und genaueren Dokumentationen zu den Hochschulratsmitgliedern steht Ihnen Anni Fischer, Leiterin des Referates für Hochschulpolitik, unter 0371/53116000 oder 0160/94415299 zur Verfügung.

Marco Unger