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Artikel vom 02. April 2011

Kategorien: Referat Hochschulpolitik, Startseite

Alter Wein in löchrigen Schläuchen - Ministerin Schorlemer stößt Scheindebatte um Diplom an

Pressemitteilung vom 05. August 2010 Referat Lehre und Studium / Referat Hochschulpolitik "Die verstärkte Wiederbelebung der Diplomstudiengänge in Sachsen ist eine reine Scheindebatte", kommentiert Kristian Onischka, Leiter des Referats Lehre und Studium des Studierendenrates der Technischen Universität Chemnitz den Vorstoß der Ministerin Schorlemer zur Wiedereinführung der Diplomstudiengänge an sächsischen Universitäten. "Statt die tatsächlichen Probleme, wie die Unterfinanzierung, die schlecht konzipierten Studiengänge und die mangelnden Lehrkapazitäten an den sächsischen Hochschulen anzugehen, ergeht sich die sächsische Wissenschaftsministerin in einer Strukturdebatte. In den Ohren vieler, in überfrachteten Diplom-, Bachelor- und Masterstudiengängen Studierender, ist das blanker Hohn", so Onischka weiter. Mit der Wiedereinführung des Diploms wird die bisher nur mangelhafte Umsetzung des Bolognaprozess durch mangelhafte Diplomstudiengänge abgelöst. Für Studierende eines Diplomstudiengangs im hohen Semester ist der Wechsel an eine andere Hochschule quasi ausgeschlossen, da das Diplom nicht kompatibel zu den europaweit eingeführten Masterprogrammen ist. Dies verringert die Mobilität für Studierende und konterkariert somit die Ziele des Bologna-Prozesses. "Wir finden uns nicht damit ab, dass durch vergangene und künftige Kürzungen sowie mangelndem politischen Willen auf Seiten des Ministerium und der Hochschulen viele Studiengänge, sowohl Diplom, als auch Bachelor und Master unstudierbar sind und fordern daher die Ministerin auf, die drängenden Probleme an sächsischen Hochschulen zu lösen. Ihre Diplomphantasien gehen an den realen Problemen der sächsischen Studierenden schlicht vorbei. Der Inhalt eines Studienganges, nicht dessen Name sollte das Qualitätsprädikat sein", ergänzt Anni Fischer, Leiterin des Referats Hochschulpolitik des Studierendenrates.

Kristian Onischka