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Artikel vom 02. April 2011

Kategorien: Referat Lehre und Studium, Startseite

Kürzungen an den Hochschulen gefährden Lehre und Forschung - Pressemitteilung

Wie die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst von Schorlemer mitteilte, kommen umfangreiche Kürzungen auf die sächsischen Hochschulen zu. Schon in diesem Jahr müssen demnach aufgrund der Haushaltssperre 23,9 Millionen Euro eingespart werden. Darüber hinaus sind angesichts des prognostizierten Rückgangs des Landesetats um knapp zwei Milliarden Euro die Hochschulfinanzen auch in den kommenden Haushaltsverhandlungen gefährdet – auch wenn die Grundfinanzierung nicht angetastet werden solle. „Die Hochschulen pfeifen zum Teil jetzt schon auf dem letzten Loch. Angesichts der bereits bekannten und noch anstehenden Kürzungen kann man von einer gesicherten Grundfinanzierung nicht reden“, kritisiert Dorothee Riese, Sprecherin der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften die Kürzungspläne. „Es ist absurd, einerseits immer nach Exzellenz zu rufen, andererseits dann die Hochschulen beim ersten Anzeichen sinkender Studierendenzahlen so weit herunterzukürzen. So wird die Chance vertan, die Qualität von Lehre und Forschung zu verbessern.“ Neben finanziellen Einschnitten kündigte Staatsministerin von Schorlemer auch inhaltliche Veränderungen an. So sollen Eckpunkte aus dem Koalitionsvertrag von CDU und FDP wie die Einführung von Lehr- und Forschungsprofessuren umgesetzt werden. „Dies ist eine Entwicklung hin zu einer 'zwei-Klassen-Professur'. Die einen forschen im Auftrag der sogenannten 'Exzellenz' und die anderen müssen sich mit überfüllten Lehrveranstaltungen herumschlagen“, so Thomas Oertel, Sprecher der KSS. „Lehre aus Forschung scheint damit nicht mehr im Interesse zu liegen. Dabei ist eine Anbindung der Lehre an die Forschung dringend notwendig. Es ist sehr kurzsichtig, die Lehre als Last anzusehen, und durch eine solche Trennung von Lehre und Forschung ForscherInnen anlocken zu wollen.“ Des Weiteren sollen die Besoldung von ProfessorInnen ausgesetzt werden und die Möglichkeit von „flexiblen“ Hochschullösungen ermöglicht werden. „Das ist der Anfang vom Ausstieg aus dem Tarifvertrag – und dann sind 'flexible Lösungen' für die Hochschulen vor allem eines: Einsparpotential auf Kosten der Beschäftigten“, kritisiert Riese. „Die Studierenden in Sachsen müssen sich in den nächsten Jahren auf harte Einschnitte gefasst machen. Die schon prekäre Lage wird sich damit nur verschärfen. Wer so viel kürzen will, wird Studiengänge schließen - entweder ruiniert durch Kürzungen nach dem Rasenmäherprinzip - oder eben gezielt. Dass man nicht einfach so umfangreich kürzen kann, ohne dass es Auswirkungen hat, muss auch die Landesregierung zugeben - und sich überlegen, ob sie das wirklich will.“, fordert Oertel abschließend. Leipzig, 18. Januar 2010 PRESSEMITTEILUNG Nr. 01 / 2010

Links zum Thema

  1. http://www.kssnet.de

Kristian Onischka