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       Fibel98 - Radio


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Das Buch der Kultur
Kapitel IV
Radio

Er stand an der Straße. Plötzlich drängt ihm ein gruseliges, rhythmisches Geräusch ins Gehör. Doch ebenso plötzlich, wie es erschienen war verschwand es wieder.

  1. Tja, das gute alte Radio. Wann habt Ihr eigentlich das letzte Mal einen Sender gehört? Zu Hause läuft doch eh die Glotze und im Auto dröhnt die neueste DANCEMAX (Nummer 0815) aus den prima Bassboxen. Bum - Bum. Naja, bei dem Gebumse traut sich wenigsten kein wildes Tier an das tiefergelegte Schmuckstück. Sollte Euch dennoch irgendwann einmal der Fernseher kaputtgehen oder das geliebte Auto wegen eines dummen Zufalls an einem Baum geparkt und somit der Bass im Arsch sein, dann könnten Euch eventuell die folgenden Tips bezüglich der Chemnitzer Radiolandschaft weiterhelfen.
  2. Für diejenigen, die nach dem Lesen des ersten Absatzes beleidigt sind, empfiehlt sich Radio Energy. Auch viel Bum-Bum und so. Das wäre also keine große Umstellung. Nachdem im vergangenen Jahr die Sendungen abseits des Hauptstromes aus dem Programm geflogen sind, wird im Wesentlichen die aktuelle Hitparade vor und zurück gedudelt. Auf Radio Chemnitz gibt's relativ viele Lokalinfos und viel alte Musi, so ab den 60ern aufwärts. Besser als gar nix. Allerdings ist dieses Radio, damit erst gar keine falschen Hoffnungen geweckt werden, trotzdem auf dem Niveau von mdr-life, PSR und wie sie alle heißen.
  3. Wer Nachrichten mag, kann ja mal in Radioropa reinhören. Neuerdings läuft zwar mehr Musik zwischen den Nachrichten und Reportagen, aber zumindest springt einem kein Back Street Boy samt kreischender Fanschar permanent um die Ohren. Klassikfreaks und Menschen mit Sinn für progressive Musik sollten mal in mdr-Kultur bzw. den Deutschlandfunk reinhören. Für letzteren kann man sich sogar ein kostenloses Programm schicken lassen. Schriftliche Bestellungen bitte an DeutschlandRadio, Marketing GmbH, Raderberggürtel 40, 50968 Köln. Weitere Infos gibt es natürlich auch im Internet unter www.d-radio.de.
  4. Für kulturell anspruchsvollere Menschen gibt es noch in den Wohnheimen und sonstigen verkabelten Wohnungen die Möglichkeit mdr-SpuDTnik zu hören (87,5 MHz in den Wohnheimen). Dies ist der Nachfolgesender des ehemaligen DDR-Jugendradios DT64. Und keine Angst, hier gibt es keine kommunistische Propaganda, sondern Nachrichten, die auch die Hintergründe der Ereignisse beleuchten. Auch musikalisch hebt sich diese Station noch von den Hitradios ab. Allerdings glaubt man Nachmittags manchmal, sich verwählt zu haben.
  5. Wem das alles noch nicht den richtigen Kick gibt (z.B. Leuten die ständig über's kommerzielle Radio schimpfen *grins*), der sollte selber Radio machen. Ein Witz? Keineswegs, denn in Chemnitz gibt es seit einigen Jahren Radio T, mittlerweile mit eigener Frequenz. Das ist ein alternatives Radio von Chemnitzern für Chemnitzer. Das heißt jeder kann selbst gefertigte Beiträge abgeben oder eigene Beiträge im vorhandenen Studio produzieren, die dann nach dem Warteschlangenprinzip ausgestrahlt werden. Gesendet wird immer Sonntags von 20 bis 24 Uhr, mehr ist im Moment leider nicht genehmigt worden. Seinen Sitz hat Radio T im Haus Einheit auf der Zwickauer Straße.

Es ist dunkel - und wir haben Sonnenbrillen auf. Blues Brothers


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